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28.04.2021

Igor Sacharow-Ross, Kam und musste gehen, wieder fortgebannt, 2021, Partial Views: Spatial collage

Am 2. Mai hätte im Museum Schloss Moyland die Ausstellung “Joseph Beuys und die Schamanen” eröffnet werden sollen, an der ich beteiligt bin. Ich hätte gerne Sie/Euch dort getroffen und meine Raumcollage vor Ort “eingeweiht“, doch leider wurde die Eröffnung aufgrund der aktuellen Bestimmungen abgesagt. Dies ist für das Museum und alle Künstler natürlich eine herbe Enttäuschung, doch hoffen wir, dass die Öffnung der Museen nicht allzu lang auf sich warten lässt.


Hier können Sie am kommenden Sonntag, 2.5.2021 um 14 Uhr die Ausstellungseröffnung (Übertragung der Reden) mitverfolgen:

Mehr Informationen auf der Seite von Schloss Moyland

Mehr Informationen auf der Seite vom WDR


27.01.2021

SAVE THE DATE: Joseph Beuys und die Schamanen

Ausstellung im Museum Schloss Moyland vom 2. Mai bis 29. August 2021

Die Kindheitserfahrungen von Igor Sacharow-Ross in Chabarowsk/Ostsibirien, dem Verbannungsort der Eltern, ziehen sich als Grundton durch das Schaffen des heute in Köln ansässigen Künstlers: Naturbeobachtung in der sibirischen Tundra, Begegnungen mit Schamanen und ihren Ritualen in einer heute verschwundenen Welt. In seinen Arbeiten verfolgt er, ähnlich wie Beuys, einen interdisziplinären Ansatz an der Schnittstelle von ästhetischem und alltäglichem Denken und Handeln. Für die Moyländer Ausstellung hat Igor Sacharow-Ross die Raum-Collage “Kam und musste gehen, wieder fortgebannt“ konzipiert, deren Grundgedanke auf dem Ideenkreis von Geburt, Tod und Wiedergeburt basiert. Dabei macht er von der besonderen Wirkung sowie von den optischen und klanglichen Qualitäten des Materials Graphit Gebrauch, das als Carbon auch wichtiger Bestandteil des menschlichen Körpers ist; mit ihm evoziert er eine Atmosphäre, die spirituelle Kräfte spürbar macht.

Igor Sacharow-Ross, Siberian scheme I, 1989-2001, Mischtechnik auf Filterpapier, 85 x 165 cm

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24.06.2020

40Jahre UNO-Flüchtlingshilfe – 100 Kunstwerke für das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR)

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Ausstellung der Kunstwerke 2020 (jeweils für zwei Wochen)
September 2020: Kunstmuseum Bonn
Oktober 2020: Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg
November 2020: Berlinische Galerie, Berlin

Igor Sacharow-Ross,  aus Werksreihe: „sapiens/sapiens“ , Mischtechnik auf Holz, 1999

Leben retten, Kunst gewinnen: die Kunstlotterie der UNO-Flüchtlingshilfe.
WDR 3 Kultur am Mittag 19.06.2020 


26.09.2018 bis heute

ob DACH / eine Baustelle in Bonn

Ich möchte einen Bau für und mit OBDACHLOSEN in Bonn initiieren. Es soll im städtischen Raum eine Syntopie-Plastik entstehen. Die Syntopie-Plastik soll ein Ort der Begegnung, des Kennenlernens und der aktiven Teilhabe werden.

Eine Syntopie-Plastik kann als eine offene Verbindung überall dort entstehen, wo aus dem Aktivieren des zwischenmenschlichen Potentials die Chance erwächst, den gewohnten Habitus zu verändern. Es handelt sich also um eine Chance für alle Bürgerinnen und Bürger, ihre Verhaltensmuster zu untersuchen und eventuell bessere zu finden: Solche die ein Mehr an Intensität und Lebendigkeit, aber auch einen besseren Umgang mit der eigenen sozialen Verantwortung versprechen!

Meine Projekte der letzten Jahrzehnte fördern die Schaffung freier Territorien und sozialer Gefüge, wo Menschen aus verschiedenen gesellschaftlichen und kulturellen Teilsystemen zusammenfinden. Dafür steht das Konzept der Syntopie. Definitionsgemäß entsteht dort eine Syntopie, wo an einem Ort verschiedene Orte zusammentreffen. Eine Syntopie-Plastik setzt sich mit ihren Grundelementen mit den ursprünglichen Verbindungen zwischen Menschen und Kulturen auseinander.

Mein Blockhaus, das in Köln-Volkhoven im Rahmen des Projekts „Sapiens/Sapiens“ (2000) entstanden ist, ist ein gelungenes Beispiel für eine derartige syntopische Intervention in die Lebenszusammenhänge: Auf der Baustelle fanden Menschen aus allen Herren Ländern zusammen, bauten, kochten, speisten, tanzten. Gemeinsam schufen sie eine Syntopie-Plastik, d. h. eine Stätte des Zusammenwirkens; man könnte auch sagen eine „Bauhütte“, die für den Kathedralenbau der gesellschaftlichen Selbstvervollkommnung immer schon nötig ist. In Europa gibt es diese Tradition seit dem Mittelalter. Sie setzte sich bei der Gründung des Bauhauses in Weimar fort, dessen 100-Jähriges Bestehen wir kommenden Jahres feiern. Es geht um das Schaffen von Architekturen, in denen der Gesamtzusammenhang aufscheint – das Ganze des gesellschaftlichen Lebens, an dem letztlich nur wenige Menschen teilhaben können.

Mit dem Projekt „ob DACH“ / eine Baustelle in Bonn will ich zeigen, dass Kunst nicht losgelöst vom täglichen Leben stattfindet. Kunst steht mitten im Leben. Sie kann deshalb etwas bewirken und in der Gesellschaft und vielleicht auch auf politischer Ebene etwas bewegen. Kunst und Politik sind in Europa seit jeher eng miteinander verknüpft. Die Freiheit der Kunst ist ein wichtiger Indikator für den Zustand einer freiheitlichen und demokratisch verfassten Gesellschaft. Mit meiner Kunst möchte ich für eine Kultur der zivilgesellschaftlichen Verantwortung eintreten.

Durch das Projekt „ob DACH“ / eine Baustelle in Bonn soll deutlich werden, dass Obdachlose nicht am Rande der Gesellschaft stehen. Sie leben, was ihre Wahrnehmung betrifft, außerhalb unserer Gesellschaft und sind doch ein Teil dieser Formation. Obdachlose sind Heimatlose im wahrsten Sinne des Wortes. Heimat, Identität und individuelle Lebensqualität von Menschen wird im Wesentlichen durch „Wohnen“ bestimmt. Statistische Erhebungen über die genaue Anzahl von Obdachlosen liegen nicht vor. Dadurch, dass sie kein Dach über dem Kopf haben, sind Fluktuation und Sterberate sehr hoch. Die hohe Dunkelziffer verschleiert die empirische Anzahl, so dass sie häufig unterschätzt und auch marginalisiert wird.

Meine Initiative ist keineswegs als Provokation zu verstehen. Vielmehr handelt es sich um einen konstruktiven Vorschlag, im Bonner Raum (und in Verbindung mit VFG) lebenswürdige Alternativen zum bisherigen zivilgesellschaftlichen Engagement aufzutun. Ein Projekt wie „ob DACH“ / eine Baustelle in Bonn darf durchaus als Protest gegenüber der Gleichgültigkeit gelten, die gegenüber Obdachlosen und deren sozialer Realität herrscht.

Das Werk zu verwirklichen würde bedeuten, einen Anruf in den Stadtraum zu starten, sich an einem neuen sozialen Gefüge zu beteiligen. Der Aufruf könnte sein: Beteiligt euch an der „Arche der Unschuld“, gemeinsam schaffen wir eine Kunst, die keine Ware ist, sondern die Zuversicht spendet. Wir bauen an dem notwendigen, ja lebenswichtigen Obdach und nicht an beliebigen kulturellen Trophäen für Privilegierte. Gerade die Menschen aus Wirtschaft und Politik sind naturgemäß ebenso aufgefordert, die Gesellschaft zu gestalten, – aber vom Grund auf und nicht von oben herab. Das neue Dach der Bürgergesellschaft, es kommt nicht vom Himmel herab. Es muss durch gemeinsame Taten überhaupt erst entstehen! Und zwar aus einer Auseinandersetzung mit der unmittelbaren urbanen Umgebung, den Bedingungen eines menschenwürdigen Lebens Rechnung tragend.

Das Projekt möchte den Versuch unternehmen, auch das Internet als visuellen Erfahrungs- und Informationsraum in diesen Schaffensprozess mit zu integrieren. Im Vordergrund stehen hier ästhetisch-gestalterische Aspekte sowie theoretische Grundlagenforschung. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der besseren Nutzung von Online-Medien für kreative Prozesse.

Fortsetzung des Projekts:

Erinnere Dich!

Ursprünglich wollte ich einen Bau für und mit Obdachlosen in Bonn initiieren. Es sollte im städtischen Raum eine Syntopie-Plastik entstehen. Die Syntopie-Plastik sollte ein Ort der Begegnung, des Kennenlernens und der aktiven Teilhabe werden. Durch das Projekt „ob DACH“ sollte deutlich werden, dass Obdachlose, was ihre Wahrnehmung betrifft, außerhalb unserer Gesellschaft leben. Obdachlose sind Heimatlose im wahrsten Sinne des Wortes. Heimat, Identität und individuelle Lebensqualität von Menschen wird im Wesentlichen durch „Wohnen“ bestimmt. Exakte statistische Erhebungen über die genaue Anzahl von Obdachlosen liegen nicht vor.

Aus dem Projekt „ob DACH“ ist zwischenzeitlich die Konzeption eines Mahnmals für die in der NS Zeit in Deutschland verfolgten, vertriebenen und ermordeten Sinti und Roma geworden. Dem liegen Recherchen zu Grunde, die ich 2019 / 2020 im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln im Fachbereich Archiv und Dokumentation durchgeführt habe. Diese Vorarbeiten kommen mir nun zugute, da nämlich die Stadt Bonn, unterstützt von Bernhard von Grünberg als dem stellvertretenden Vorsitzenden der UNO-Flüchtlingshilfe, ein entsprechendes Projekt für ein Mahnmal initiiert hat; der voraussichtliche Standort ist an einem schon näher bestimmten Platz in der Nähe des Bonner Hauptbahnhofs.

Bei der Entwicklung dieses Mahnmal-Projekts befinde ich mich gerade noch auf der Suche nach authentischen Informationen, Dokumenten, Namen und Bildern, also nach Archivmaterial aus den 1930er- und 1940er-Jahren. Dies ist im Moment ein entscheidender Aspekt für meine Arbeit. Ich bin bereits in Kontakt mit dem Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg. Auch befasse ich mich mit einer umfassenden Publikation zum Thema, in der sich auch eine genaue Chronologie befindet: Zigeunerverfolgung im Rheinland und in Westfalen 1933 – 1945 Geschichte, Aufarbeitung und Erinnerung. Hrsg. Von Karola Fings und Ulrich Friedrich Opfermann, Paderborn, München, Wien, Zürich 2012.

Auch wenn sich nun die Projektlinie etwas verschoben hat, fließen Grundgedanken alten „ob DACH“-Konzept in das erneuerte Konzept ein. Die Projektentwicklung geschieht weiterhin in enger Zusammenarbeit mit dem VFG Bonn und zeigt damit, dass Kunst nicht losgelöst vom alltäglichen Leben stattfindet. Kunst steht mitten im Leben. Sie kann in der Gesellschaft etwas bewirken und vielleicht auch auf politischer Ebene etwas bewegen. Das Leben der Roma und Sinti in Europa und auch in Deutschland gehört zu unserer Geschichte und Roma und Sinti gehören zu unserer Gesellschaft. Ich möchte mit dem Mahnmal auch daran erinnern, wie eng Kunst und Politik in Europa seit jeher eng miteinander verknüpft sind. Die Freiheit der Kunst ist ein wichtiger Indikator für den Zustand einer freiheitlichen und demokratisch verfassten Gesellschaft. Mit meiner Kunst möchte ich für eine Kultur der zivilgesellschaftlichen Verantwortung eintreten. Um so mehr freut es mich, dass ich gute und kompetente ProjektpartnerInnen gefunden habe. Mit ihnen habe ich auf der Basis von konkreten Konzeptskizzen und zahlreichen Modellentwürfen dem Projekt Struktur verleihen können.
Während der Arbeiten hat sich herausgestellt, dass eine Gedenktafel existiert, die an Geschichte der Sinti und Roma erinnert. Diese Tafel lagert schon seit einigen Jahren im Bonner Kulturamt. Sie wird wohl in mein Werk integriert werden. Eine günstige Entwicklung, zumal das Kulturamt in Bonn ein eigenes Projekt für die Erarbeitung eines Gesamtkonzeptes namens „Aktive Erinnerungskultur“ durchzuführen beabsichtigt. Auf dieser Ebene ist eine Zusammenführung der Projektlinien denkbar.

Die Anfänge des Projekts liegen im Jahr 2019; voraussichtlicher Abschluss im Jahr 2022.


23 Februar – 3 Mai 2020

„WALD. WOLF. WILDNIS“
Groupshow at Museum Villa Rot, Schlossweg 2, in Burgrieden – Rot, Germany with work by Igor Sacharow-Ross / Shaarbek Amankul / Alexandra Bart / Babette Boucher / Jonas Brinker / Mark Dion / Isabelle Dutoit / Tanja Fender / Jana Francke / Malgosia Jankowska / Astrid Köhler / Gisela Krohn / Moritz Krohn / Werner Liebmann / Jarek Lustych / Irmela Maier / Nashun Nashunbatu / Barbara Quandt / Miriam Vlaming / Stephan Reusse / Lionel Sabatté / Kiki Smith

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