2026, Klangwerk für Cello und Vollmond

29.07.2026

12th International Music Festival in Marvão (Portugal)

Raum, Licht und Klang
Im Zentrum des Projekts befand sich eine mittelalterliche Zisterne, verborgen innerhalb der Festungsmauern. Die Besucher betraten den Raum in völliger Dunkelheit. Mit dem Aufgang des Vollmonds drang sein Licht langsam durch eine kleine Öffnung hoch oben in die Zisterne ein. Ein sorgfältig konstruiertes System aus Spiegeln und Prismen fing das Mondlicht ein und bündelte es auf einen einzigen Punkt in der Kammer. 
An diesem Punkt ruhte ein außergewöhnliches Instrument: ein skulpturales Cello, das Igor Sacharow-Ross vor Jahrzehnten schuf. Bislang existierte es nur als Kunstobjekt, ausgestellt in Museen und Sammlungen. In dieser Nacht wurde es zum ersten Mal als Musikinstrument aktiviert. Sobald das Mondlicht das Instrument berührte, entstand Klang. Die Cellistin Pirii Pimentel Rodrigues spielte nicht einfach Musik; sie trat in einen Dialog mit dem Licht selbst. Das Licht wurde zur Partitur, der Klang wurde sichtbar, und die Architektur begann zu resonieren. 


Atmosphäre und Transformation

Das Erlebnis wurde von der symbolischen Präsenz der Alraune begleitet, die seit langem mit Transformation, Geheimnis und Übergang in Verbindung gebracht wird. Stunden vor der Aufführung wurde ein zarter Duft der Pflanze freigesetzt, der eine subtile Atmosphäre schuf, die Wahrnehmung sanft schärfte und die Begegnung vertiefte. 


Ein einzigartiger Moment

Dieses Werk ist nicht reproduzierbar. Es lebt von einer einzigartigen Konstellation aus Mondlicht, Architektur, Klang, Zeit und menschlicher Präsenz. Es ist keine konventionelle Aufführung, sondern ein temporäres Zusammenspiel natürlicher und künstlerischer Kräfte – ein flüchtiger Dialog zwischen Erde und Mond, zwischen Raum und Klang.

More Information

Up