Innere Partituren

Transformationsprozesse / Innere Partituren in der Kunst von Igor Sacharow-Ross

Igor Sacharow-Ross ist ein universell denkender und arbeitender Künstler. Von seinen Werken geht eine sprachlich kaum fassbare Magie aus, die metaphorisch über das Sichtbare hinausweist. Magische Erfahrbarkeit entzieht sich unserem Vergessen. Das Gedächtnis ist eine unberechenbare Größe und die Sprache der Erinnerung ist leise. ,,Was unverbunden bleibt, wird vergessen” ist eine zentrale Aussage von Sacharow-Ross. Verbindung, im Sinne von schöpferisch verbunden, ist in der persönlichen Terminologie von Sacharow-Ross die Bezeichnung für ein komplexes System von ineinandergreifenden Prozessen im menschlichen Dasein und eine Grundvoraussetzung für Erinnerung und Kreativität. Der Künstler beabsichtigt eine Verbindung von Mensch, Natur und Ort – von der Natur in uns mit der Natur um uns.

Seit mehr als 60 Jahren beschäftigt sich Igor Sacharow-Ross, noch vor seiner Ausweisung aus der UdSSR, intensiv mit akustischen Ansätzen in der Kunst. Er entwickelt komplexe Raum-Klang-Installationen und Klang-Collagen, schafft Klangobjekte, die zu zentralen Elementen zahlreicher internationaler Ausstellungsprojekte wurden.

Seine Arbeiten verbinden räumliche Wahrnehmung und Klang zu immersiven Erfahrungen, die die Grenzen von Bildender Kunst, Musik und Installation aufheben.

Ausgewählte Projekte:

· 1976 – Koordinaten System, Ordschonikidze Kulturpalast, Leningrad / St. Petersburg
· 1985 – Vom Klang der Bilder. Die Musik in der Kunst des 20. Jahrhunderts, Staatsgalerie Stuttgart
· 1987 – Transformationsgenerator, Projekt für documenta 8, Kassel
· 1989 – Zwischenfelder, Raum-Klang-Installation, Kunsthalle Innsbruck, Österreich
· 1992–1993 – Tabula Rotunda, Städtische Galerie im Folkwang Museum, Essen
· 1993 – Station, NeueTretyakov Gallery, Moskau; State Russian Museum, St. Petersburg
· 1995 – Inneres Observatorium, Haus der Kunst, München
· 1998 – Reanimation, Musée des Beaux-Arts, Tourcoing / Goethe-Institut Lille, Frankreich
· 1999 – Le Nœud, SélestART 99, Biennale d’art contemporain, Sélestat, Frankreich
· 1999 – Innerer Luxus, Kunsthaus Bregenz, Österreich
· 1999 – Russische Musik im 20. Jahrhundert, Klang-Collage für das Konservatorium Bern, Schweiz
· 2001 – Der Zaun / The Fence, BUGA 2001 (Bundesgartenschau), Potsdam
· 2005 – Trauma Natalis, Staatliches Zentrum für Gegenwartskunst, Moskau
· 2007–2008 – Syntopia, Kunstmuseum Bonn; Deutsches Museum Bonn
· 2009 – Nicht gefiltert, Kunstraum Dornbirn, Österreich
· 2021–2022 – Kam und musste gehen, wieder fortgebannt, Museum Schloss Moyland, Bedburg-Hau

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