Die Taufe, 1994/95

Aluminium, Eisen, Glas, Klang, Kupfer, Video, Wasser

1900 x 1070 x 140 cm

Ausstellungen:

Universität Bonn/ Blaue Grotte, 1994/95

Publikationen:

Igor Sacharow-Ross. Reanimation, hg. v. Cantz Verlag (Ausst.-Kat. Tourcoing, Musée des Beaux-Arts, 18.10.1997-19.01.98), Ostfildern-Ruit 1997.

Igor Sacharow-Ross. Abgebrochene Verbindung, hg. v. Dieter Buchhart/Hans-Peter Wipplinger (Ausst.-Kat. Passau, Museum Moderner Kunst Passau – Stiftung Wörlen, 22.10.-03.12.2006), Nürnberg 2006.


Wissenschaftsgeschichtliche Akzente setzte das Projekt Die Taufe (Universität Bonn, 1994/95): Aus Kupfer und Eisen wurde eine Doppelspirale gedreht, die sich im Raum mit einem quer angebrachten »Schiff« kreuzte. Dieses enthielt »Informationskapseln« in Form länglicher, spiralumwickelter Zylinder, Dokumente aus nahezu allen naturwissenschaftlichen Disziplinen – als formaler Verweis auf die Doppel-Helix-Schleife.

Einen besonderen Stellenwert hatte hier die Zusammenfassung einer Geschichte der Nuklearspaltungsversuche von den vierziger Jahren bis heute. Damit wurde in dieser Arbeit erneut die ethische Einlösung jeglicher wissenschaftlicher Betätigung zum Wohle und Nutzen des Menschen betont. Dies bezieht sich nicht nur auf die Folgen des eigenen Handelns, sondern auch auf jene, die andere mit den Ergebnissen der Forschung anrichten können.

Kulminationspunkt allen Tuns und Wollens ist das menschliche Gehirn: nur hier, nicht in den äußerlich wahrnehmbaren Erscheinungen an sich, manifestieren sich Vorstellungen über die Ordnung der Welt. So sind denn in manchen Installationsräumen die Objekte nach dem Muster der »Leistungszentren« in den beiden Gehirnhälften angeordnet (z. B. Kunstverein Rosenheim, 1994).

Sacharow-Ross beschäftigt sich in der Malerei denn auch nicht nur mit der »reinen Farbe« und in seinen Installationen mit den spezifischen Eigenschaften bzw. »auratischen« Merkmalen bestimmter Materialien und Klänge. Häufig steht die Frage nach dem energetischen Charakter der initiierten Prozesse im Vordergrund.

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